Dieser Blogeintrag hat sich so langsam in meinem Kopf geformt, waehrend unser Deutschlandurlaub naeher rueckt. Was ich wohl drauf antworten wuerde, wenn du bekannten Fragen kaemen "Was ist denn nun anders? Wie ist es anders? Was ist besser, was ist schlechter?" (Vielleicht haben wir diese Fragen in den letzten 1,5 Jahren auch erschoepfend beantwortet, dann koennt ihr den Tab mit unserem Blog wieder schliessen und andere interessante Dinge im Internet lesen gehen).
Was ist anders?
Natuerlich ist es heiss und sonnig, alle moegen Chilli und feiern ihren Nationalfeiertag wie Weihnachten.
Aber auf einer tieferen, allgemeineren Ebene?
Nachdem ich lange darueber nachgedacht habe, wie man die Antwort auf diese Frage kurz und buendig formulieren kann (Mathestudentenangewohnheit), glaube ich, eine Moeglichkeit gefunden zu haben:
Es gibt keinen strengen, anstrebenswerten Verhaltensmittelwert.
In Deutschland ist dieser Verhaltensmittelwert sehr deutlich umrissen.
Es gibt nicht viel Interpretationsspielraum von "Wir treffen uns um 16 Uhr".
Es gibt nicht nur gleichwertige Varianten, seinen Garten zu pflegen (eine wuchernde Wiese ist weniger anstrebenswert als ein englischer Rasen).
Den meisten Menschen ist Vegetarismus und Veganismus aeusserst suspekt.
Die vielen hunderten Regeln, nach denen wir in Deutschland taeglich lebten, fielen mir erst auf, nachdem es sie hier nicht gab.
Es gibt keinen Rasenprototyp.
Zu spaet kommen ist ok.
Kein Fleisch essen gehoert noch zu den weniger ausgefallenen Ernaehrungsgewohnheiten.
Das Wegfallen dieser Verhaltensmassstaebe fand ich zuerst sehr befreiend. In unserem Wohnblock in Deutschland gab es eine alte Dame, die uns tadelte, wenn wir unseren Briefkasten nicht taeglich leerten.
Unsere Nachbarn hier koennten sich nicht weniger um unseren Briefkasten scheren. Oder um den Teppich, den ich gewaschen habe und der dann 2 Wochen lang im Vorgarten aufgebahrt war, weil es so lange dauerte, bis er durchgetrocknet war. Oder um unsere dreckigen Autos, oder um laute Musik, oder die vielen Haustiere, meinen Hundesportparcour im Garten, die ausgerissenen Huehner, die in ihrer Einfahrt sassen. Oder darum, dass die Nachbarn gegenueber ein halbes Jahr brauchten, um einen riesigen Busch in ihrem Garten zu entfernen, dessen abgeschnittene, aber nicht abtransportierte Aeste dann ein gutes Drittel unserer Strasse versperrten.
Es ist einfach EGAL.
Juchu, dachte ich, das passte zu meinem jungen, dynamischen Weltbild. Niemand kuemmert sich, alle lassen mich in Ruhe machen, und ob andere Regeln befolgen, ist gleichermassen nicht mein Problem.
Nach dem ersten halben Jahr hatte ich dann einen ziemlichen Einbruch. Meine Mama war zu der Zeit gerade da (Oktober 2012) und troestete mich damit, dass es in Australien genauso gewesen sei: zuerst himmelhoch jauchzend, dann zu Tode betruebt, und am Ende hat man eine optimistische und reflektierte Meinung.
Warum befolgen die keine Regeln? Es machte mich wahnsinnig. Warum ruft mich eine Freundin nicht an, wenn sie sagt, sie wuerde das machen? Warum verlaesst der Gaertner den halbaufgeraeumten Garten mit den Worten "Ich habe jetzt genug Geld verdient und will nicht mehr arbeiten?" alle doof, alle machten alles falsch, und vor unserem Weihnachtsurlaub 2012 war ich sicher, ich koenne in diesem Land nicht leben. Scheiss auf andere Kulturen, ich wollte zurueck in mein regnerisches Ilmenau mit den Spiessernachbarn.
Aber meine Mama hatte Recht, und seit einem dreiviertel Jahr geht es mir richtig gut mit der Andersartigkeit.
Viele Aspekte sind richtig schoen, zum Beispiel, dass Pauls Schule einfach alle Kinder in einen Kleinbus laedt und eine Erkundungstour macht. Oder dass ich mich nicht zum Affen machen muss beim erfolglosen Versuch, die Huehner im Garten der Nachbarn einzufangen ("Ist schon ok! Die stoeren uns nicht!"). Oder dass ich von allen Seiten richtig viel Zuspruch bekomme, meine genaehten Kleidungsstuecke zu verkaufen oder Hundetrainingsstunden zu geben. Es gibt keinen, der sagt "Nein nein, erst das Studium durchziehen! Lass dich nicht ablenken!" Es ist einfach in Ordnung, verschiedene Sachen nebenbei auszuprobieren. Das ist richtig klasse.
Andere Aspekte waren uns doch so suspekt, dass wir unsere eigenen Wege gefunden haben, sie so deutsch wie moeglich zu gestalten. Unser Gaertner kommt nun jede Woche zur selben Uhrzeit und arbeitet, bis alles fertig ist. Wenn er mehr als 15 Minuten zu spaet kommt, ruft er mich an.
Das erfreut mein deutsches Herz (da ich in Deutschland nie einen Garten hatte, nehme ich an, es liegt in den Genen).
Und in die dritte Gruppe fallen die, die wir mit einem lachenden Auge betrachten. Vermutlich werde ich nie im Schlafanzug in die Kaufhalle fahren oder Besucher empfangen. Ich werde mich auch nie der gerade sehr beliebten Steinzeitdiaet, die aus viel Fleisch und Getreideverbot besteht, anschliessen.
Es ist nicht besser, es ist nicht schlechter, es ist einfach anders.
Liebe Gruesse!
Sonntag, 9. Februar 2014
Montag, 3. Februar 2014
Eimereien.
Etwa vor einem dreiviertel Jahr began Paul, jeden Spielbesuch sofort in unser
Schlafzimmer zu führen, um dort zu "kochen".
Genau bedeutete das, dass er und sein Date eine wilde Mischung aus Flüssigkeiten
und Spielzeugen in einem gerade greifbaren Behälter mixten.
Kinderküchenabwaschbecken, Hundewasserschalen, echtes Geschirr, nichts war
vor ihnen sicher.
Wenn ich Glück hatte, handelte es sich bei besagten Flüssigkeiten nur um Wasser.
Bei großem Pech um eingeweichtes Popcorn oder Erdbeeren. Mittelgut waren Duschbad
und Säfte.
Da schöne Dinge am meisten Spaß machen, wenn man sie oft tut, holte Paul vor
einer Weile einen großen Eimer aus der Garage und stellte ihn neben der Badewanne
auf, um darin eine ständige Kochung zu verantalten, auch ohne Besucher. Es hatte
etwas vom Olympischen Feuer, also ohne Feuer und mit Ekel: ein immerwährender,
niemals versiegender Siffeimer.
Ich beobachtete Paul, wie er Wasser, Bodenwischmittel und Kinderzahnpasta in den
Eimer kippte.
Da viele Informationen auch zu viele Informationen bedeuten kann, schaute ich
lieber schnell weg.
Ein vorsichtiger Blick später zeigte eine trübe Suppe, in der Legosteinchen und
Küchenpapier schwammen. Es duftete dezent nach dem Vanille-Billigshampoo, mit dem
wir die Hunde waschen.
Nun darf Der Eimer natürlich nicht schnöde weggestellt werden.
Jeder derartige Versuch wurde uns von Paul sofort mit ohrenbetäubenden Geschrei
verleidet, und da wir milde, friedliebende Eltern sind, gaben wir auf.
So steht er nun da, neben der Badewanne; es scheint einem Außenstehenden wohl,
als würden wir mit ewiger Magen-Darm-Grippe stets darauf vorbereitet sein wollen,
spontan reinzukotzen.
Gestern badeten Paul und ich zusammen. Als Multitaskingmutter wusch ich nicht nur
mich, Kind und Wanne, sondern ließ zur gleichen Zeit eine Anti-Stress-Maske
einwirken.
Paul bot an, mir beim Abwaschen zu helfen, ja gerne doch. Ich schloss genußvoll
die Augen, hörte ihn von herumhantieren und spührte dann etwas Weiches, Kaltes
im Gesicht. Moment, wieso kalt? Das Wasser in der Wanne (also, eigentlich ist
das ja ein Whirlpool, aber da die ganze Geschichte eher un-edel ist, habe ich
ihn auf Wanne ge-downgraded) war sehr warm? Und was ist das Weiche?
Stolz präsentierte Paul meinen schreckgeweiteten Augen, was gerade meine ehemals
zarte Haut gewaschen hatte. Der Inhalt des Eimers.
--An dieser Stelle muss ich meinen höchsten Respekt für die Küchenrolle Bounty
aussprechen. Obwohl Bounty ungezählte Tage im Eimer verbrachte, hatte es sich
nicht zu einem Teil der Masse zersetzt, sondern war reißfest, formstabil und
saugfähig genug, um als Gesichtstuch verwendet zu werden.
Bounty for the win.--
Nun wünschte ich mir doch, ich hätte hingesehen und wüsste, was im Eimer
gewesen war. Entkalker? Kloputzmittel? Rohrreiniger? Das unverwüstliche Bounty
roch nach Billig-Vanille. Ein aggressives Putzmittel würde man hoffentlich
riechen? Ist das so wie mit Erdgas, dass giftigen Putzmitteln Gerüche zugesetzt
werden zur besseren Unterscheidung? Falls das Kind mal alle zusammen in einen
Eimer kippt und man sich durch eine Reihe von Zufällen mit dem Endprodukt im
Gesicht wiederfindet?
Nun, die Haut ist noch dran. Der Eimer steht noch.
Und heute Abend hörte ich Paul auf der Toilette Christian erklären
"Nein, das Papier muss in den Eimer! Ich brauche das Papier noch für meinen
Eimer! Das Klopapier muss in den Eimer!"
Ööööörks.
Und an alle, deren Kinder nicht zwischen 3 und 5 sind, meinen herzlichen
Glückwunsch, ihr habt ja keine Ahnung, was wirklich eklig ist.
Liebe Grüße!
Mittwoch, 29. Januar 2014
Kugelspass
Unsere Nachbarn brachten uns heute die von ihren Kindern ausrangierte Kugelbahn vorbei.
Viele Stunden Bau- und Kugelspass!
Viele Stunden Bau- und Kugelspass!
Mittwoch, 25. Dezember 2013
Frohe Weihnachten!
Ganz unkonventionelle Weihnachten hatten wir dieses Jahr.
Da Christian eingespannt war in seinem Chor, waren Paul und ich ab 18 Uhr alleine. Seine Weihnachtschorauffuehrung in der Kirche hatte gerade geendet, und nun wusste ich nicht so recht, wo und wie und was wir nun als halbe Familie an Heilig Abend machen sollten. Wir entschieden uns dafuer, essen zu gehen.
Bei der Fahrt durchs naechtliche Albuquerque stellte sich heraus, dass eine sehr interessante Auswahl an Gaststaetten am Weihnachtsabend offen hat. Eigentlich nur das unterste und oberste Ende der Restaurantskala. Ersteres fand ich nicht ganz angemessen (Heilig Abend bei McDonalds?), zweiteres haette einen froehlichen 4jaehrigen vermutlich nicht zu schaetzen gewusst.
Da kam mir die Idee, zu unserem Thailaender zu fahren.
Zugegebener Massen habe ich keine Ahnung, welcher Religion die Besitzer angehoeren. Die herumstehenden Buddahs lassen aber erhoffen, dass es sich nicht um eine christliche handelt und sie an Weihnachten geoeffnet haben koennten. So war es auch, ein buntes "OPEN"-Schild blinkte etwas hoffnungslos in die leeren Strassen hinaus und Paul verkuendete beim Parken bereits, dass er "Cola und Pommes und Eis" wollte. Na klar, war doch Weihnachten!
Nun ist das kein ganz gewoehnlicher Thailaender. Es ist ein veganes Thairestaurant. Waehrend fuer mich die Entscheidung, vegetarisch zu leben, neutral bis froehlich ist (ist ja eine froehliche Sache, dass niemand gegessen wird), ist sie fuer ThaiVegan ein bitterernstes Geschaeft. Obwohl wir fast woechentlich dort essen, habe ich noch nie jemanden lachen gesehen. Eigentlich koennten sie das ja ins Geschaeftsmodell inkooperieren, zB "ThaiVegan - Spass ist anders" oder "Vegan essen - gelacht wird draussen".
Drinnen gab es neben veganen Thailaenderinnen mit Todesmiene eine interessante Zusammensetzung an Besuchern. Drei indisch aussehende Yogis, von denen einer stetig vor- und zurueckwippte und wiederholt laut verkuendete, er wolle nichts essen. Ein junges asiatisches Paar, das Weihnachten damit verbrachte, in seinen jeweiligen Smartphones herumzutippen und eine grosse Sippschaft am Ende des Raumes. Sechs Erwachsene, die die wohl groessten Anstrengungen der Geschichte unternahmen, ihre zwei Kleinkinder zu moeglichst lautem Verhalten zu animieren. Sie quietschten mit Quietscheentchen in der Luft herum, kitzelten die Kinder und untermalten jedes Glucksen dieser mit "Yes, I like that!" ("Ja, das gefaellt mir!").
Und Paul und ich.
Soviel nicht-vegan-konformes Verhalten an einem nicht-thailaendischen Feiertag war der Stimmung der Kellnerinnen nicht zutraeglich. "Was??", fragte mich unsere, sobald sie mir die Karte auf den Tisch geschoben hatte. Ohne Nachzudenken und in der Hoffnung auf ihre Wohlgesonnenheit bestellte ich Pommes fuer Paul und irgendetwas fuer mich.
Eines der Kleinkinder (Raoul, oder Saoul, oder ganz anders, keine Ahnung) fragte, ob es mit Paul fangen spielen konnte. Seine vergnuegungssuchende Sippschaft war begeistert, und bald jagdten die beiden durch den Raum. Das asiatische Paar vom Nebentisch versicherte, dass Paul der schoenste Junge war, den sie je gesehen hatten, und der indische Essens-Verweigerer bestellte bei der voellig baffen Kellnerin einmal Nudeln zum Mitnehmen, seinen nicht-angeruehrten Teller wollte er aber nicht einpacken lassen.
Nach den Pommes bekam Paul sein versprochenes Eis. Die Karte bot dabei nicht viel Auswahl, und so mussten wir uns mit der einzigen Option "Greuner-Tee-Kokosnuss-Eis" begnuegen. Ich nahm an, dass "Gruener-Tee-" nur im Namen stand, um dem ganzen ein erhabenes Veganerflair zu geben. Wie irrte ich mich, schliesslich war das Speisen eine ernste Angelegenheit, und der Name war Programm.
Schon als der Becher gebracht wurde, schwahnte mir Schlimmes. Das Eis hatte die absolut eis-unuebliche Farbe gruen-grau. Mit einem sehr starken Hang ins Grau.
Es schmeckte wie gruener Tee. Vermutlich enthielt es genug gruenen Tee fuer bleibende Leberschaeden
(das ist ein Witz, fuer den man diesen Artikel lesen muss:
http://www.nytimes.com/2013/12/22/us/spike-in-harm-to-liver-is-tied-to-dietary-aids.html?_r=0).
Ob tatsaechlich Kokosnuss enthalten war, liess sich unmoeglich feststellen. Vielleicht bestand das Eis auch nur aus gefrorenen Teebeuteln. Sogar authentische Teekruemel waren enthalten.
Ohje. Paul hatte sich nach dem ersten und einzigen Loeffel und einem Gesicht puren Entsetzens wieder verabschiedet, um Fangen mit Raoul-Saoul zu spielen. Und ich konnte niemals genuegend Eis essen, um den Eindruck zu erwecken, dass der Becher nur "nicht geschafft" war anstelle von "schlichtweg verschmaeht".
Nachdem ich eine viertel Stunde peinlich beruehrt vor unserem Eis gesessen hatte, fragte ich nach der Rechnung. Eine neue Kellnerin kam, und sie lachte! Sie lachte mich an! Freundlich sagte sie, dass ich sicher ein paar Boxen zum Reste-mitnehmen brauchen wuerde, vor allem fuer das Eis, nicht wahr? Es wuerde doch gut schmecken?
Wie konnte ich es ueber mich bringen, ihrem strahlenden Veganergesicht zu sagen, dass ich lieber bis an mein Lebensende Speckeiscreme essen wuerde als noch einen Loeffel Gruener-Tee-Grauens? An Weihnachten?
Ich nickte und versicherte, dass es ein ganz exzellentes Eis sei und ich es auf alle Faelle mitnehmen wolle.
In der Pappschachtel kam die einzigartige Faerbung noch besser zur Geltung. Wir verabschiedeten uns von Raoul-Saoul und der lauten Verwandtschaft, dem asiatischen Paerchen, dass ganz von Pauls Aussehen gefangen schien, den Yogis und der immer noch strahlenden Kellnerin.
Liebe Gruesse und schoene, besinnliche, lustige, oder ganz unkonventionelle Weihnachten!
Da Christian eingespannt war in seinem Chor, waren Paul und ich ab 18 Uhr alleine. Seine Weihnachtschorauffuehrung in der Kirche hatte gerade geendet, und nun wusste ich nicht so recht, wo und wie und was wir nun als halbe Familie an Heilig Abend machen sollten. Wir entschieden uns dafuer, essen zu gehen.
Bei der Fahrt durchs naechtliche Albuquerque stellte sich heraus, dass eine sehr interessante Auswahl an Gaststaetten am Weihnachtsabend offen hat. Eigentlich nur das unterste und oberste Ende der Restaurantskala. Ersteres fand ich nicht ganz angemessen (Heilig Abend bei McDonalds?), zweiteres haette einen froehlichen 4jaehrigen vermutlich nicht zu schaetzen gewusst.
Da kam mir die Idee, zu unserem Thailaender zu fahren.
Zugegebener Massen habe ich keine Ahnung, welcher Religion die Besitzer angehoeren. Die herumstehenden Buddahs lassen aber erhoffen, dass es sich nicht um eine christliche handelt und sie an Weihnachten geoeffnet haben koennten. So war es auch, ein buntes "OPEN"-Schild blinkte etwas hoffnungslos in die leeren Strassen hinaus und Paul verkuendete beim Parken bereits, dass er "Cola und Pommes und Eis" wollte. Na klar, war doch Weihnachten!
Nun ist das kein ganz gewoehnlicher Thailaender. Es ist ein veganes Thairestaurant. Waehrend fuer mich die Entscheidung, vegetarisch zu leben, neutral bis froehlich ist (ist ja eine froehliche Sache, dass niemand gegessen wird), ist sie fuer ThaiVegan ein bitterernstes Geschaeft. Obwohl wir fast woechentlich dort essen, habe ich noch nie jemanden lachen gesehen. Eigentlich koennten sie das ja ins Geschaeftsmodell inkooperieren, zB "ThaiVegan - Spass ist anders" oder "Vegan essen - gelacht wird draussen".
Drinnen gab es neben veganen Thailaenderinnen mit Todesmiene eine interessante Zusammensetzung an Besuchern. Drei indisch aussehende Yogis, von denen einer stetig vor- und zurueckwippte und wiederholt laut verkuendete, er wolle nichts essen. Ein junges asiatisches Paar, das Weihnachten damit verbrachte, in seinen jeweiligen Smartphones herumzutippen und eine grosse Sippschaft am Ende des Raumes. Sechs Erwachsene, die die wohl groessten Anstrengungen der Geschichte unternahmen, ihre zwei Kleinkinder zu moeglichst lautem Verhalten zu animieren. Sie quietschten mit Quietscheentchen in der Luft herum, kitzelten die Kinder und untermalten jedes Glucksen dieser mit "Yes, I like that!" ("Ja, das gefaellt mir!").
Und Paul und ich.
Soviel nicht-vegan-konformes Verhalten an einem nicht-thailaendischen Feiertag war der Stimmung der Kellnerinnen nicht zutraeglich. "Was??", fragte mich unsere, sobald sie mir die Karte auf den Tisch geschoben hatte. Ohne Nachzudenken und in der Hoffnung auf ihre Wohlgesonnenheit bestellte ich Pommes fuer Paul und irgendetwas fuer mich.
Eines der Kleinkinder (Raoul, oder Saoul, oder ganz anders, keine Ahnung) fragte, ob es mit Paul fangen spielen konnte. Seine vergnuegungssuchende Sippschaft war begeistert, und bald jagdten die beiden durch den Raum. Das asiatische Paar vom Nebentisch versicherte, dass Paul der schoenste Junge war, den sie je gesehen hatten, und der indische Essens-Verweigerer bestellte bei der voellig baffen Kellnerin einmal Nudeln zum Mitnehmen, seinen nicht-angeruehrten Teller wollte er aber nicht einpacken lassen.
Nach den Pommes bekam Paul sein versprochenes Eis. Die Karte bot dabei nicht viel Auswahl, und so mussten wir uns mit der einzigen Option "Greuner-Tee-Kokosnuss-Eis" begnuegen. Ich nahm an, dass "Gruener-Tee-" nur im Namen stand, um dem ganzen ein erhabenes Veganerflair zu geben. Wie irrte ich mich, schliesslich war das Speisen eine ernste Angelegenheit, und der Name war Programm.
Schon als der Becher gebracht wurde, schwahnte mir Schlimmes. Das Eis hatte die absolut eis-unuebliche Farbe gruen-grau. Mit einem sehr starken Hang ins Grau.
| Ja, obendrauf waren Bohnen und irgendein suesser durchsichtiger Glibber. Hat aber den Gesamteindruck nicht wirklich verbessert. |
Es schmeckte wie gruener Tee. Vermutlich enthielt es genug gruenen Tee fuer bleibende Leberschaeden
(das ist ein Witz, fuer den man diesen Artikel lesen muss:
http://www.nytimes.com/2013/12/22/us/spike-in-harm-to-liver-is-tied-to-dietary-aids.html?_r=0).
Ob tatsaechlich Kokosnuss enthalten war, liess sich unmoeglich feststellen. Vielleicht bestand das Eis auch nur aus gefrorenen Teebeuteln. Sogar authentische Teekruemel waren enthalten.
Ohje. Paul hatte sich nach dem ersten und einzigen Loeffel und einem Gesicht puren Entsetzens wieder verabschiedet, um Fangen mit Raoul-Saoul zu spielen. Und ich konnte niemals genuegend Eis essen, um den Eindruck zu erwecken, dass der Becher nur "nicht geschafft" war anstelle von "schlichtweg verschmaeht".
Nachdem ich eine viertel Stunde peinlich beruehrt vor unserem Eis gesessen hatte, fragte ich nach der Rechnung. Eine neue Kellnerin kam, und sie lachte! Sie lachte mich an! Freundlich sagte sie, dass ich sicher ein paar Boxen zum Reste-mitnehmen brauchen wuerde, vor allem fuer das Eis, nicht wahr? Es wuerde doch gut schmecken?
Wie konnte ich es ueber mich bringen, ihrem strahlenden Veganergesicht zu sagen, dass ich lieber bis an mein Lebensende Speckeiscreme essen wuerde als noch einen Loeffel Gruener-Tee-Grauens? An Weihnachten?
Ich nickte und versicherte, dass es ein ganz exzellentes Eis sei und ich es auf alle Faelle mitnehmen wolle.
In der Pappschachtel kam die einzigartige Faerbung noch besser zur Geltung. Wir verabschiedeten uns von Raoul-Saoul und der lauten Verwandtschaft, dem asiatischen Paerchen, dass ganz von Pauls Aussehen gefangen schien, den Yogis und der immer noch strahlenden Kellnerin.
Liebe Gruesse und schoene, besinnliche, lustige, oder ganz unkonventionelle Weihnachten!
Sonntag, 15. Dezember 2013
Vorweihnachts-Beschaeftigung
Der Schnee ist weg, der Vorweihnachtsstress ist da.
Ich habe mich dieses Jahr selbst angeschmiert.
Als Paul gerade geboren war, habe ich mich in einem Kinderforum im Internet angemeldet. Dort haben mir nicht nur virtuelle Bekannte stundenlang meinen hochinteressanten Ueberlegungen bzgl. "Welches Tragetuch fuer die Rueckenkreuzwickeltrage" und "Brei oder nicht" zugehoert (die richtigen Antworten sind uebrigens "Ein Kreuzkoeper Groesse 5" und "nicht, denn Brei ist so gestern"), sondern wir haben ueber die Jahre viele echte Freunde kennen gelernt, sogar hier in den USA.
Nun veranstaltet dieses Forum jaehrlich einen Briefadventskalender, dh. man verschickt fuer jeden Tag vom 1.-24. Dezember einen Brief und erhaelt im Gegenzug einen.
Jeden Tag einen Ueberraschungsbrief bekommen klang klasse. Wie ein Schokokalender, nur mit viel mehr Freude und persoenlichem Touch. Handgeschrieben. Von Uebersee. Eine Art metropolitaner Intellektuellenadvent. Begeistert meldete ich mich an.
Zur Anmeldung bekam ich die Liste der 24 Personen, denen ich im Gegenzug schreiben sollte. So untereinander aufgeschrieben sahen vierundzwanzig Namen und Adressen ploetzlich ziemlich ausfuehrlich aus. Zu ausfuehrlich.
Mir kam die Idee, Schreibunlust durch Bastelwut zu ersetzen. Wer freut sich nicht ueber eine handgemachte Karte mit kunstvollen Details? Dass dies weder zeit- noch nervensparend sein wuerde, erlebte ich anschaulich beim ersten bis zehnten Versuch, einen symmetrischen Stern aus gelbem Filz auszuschneiden.
Nachdem ich die ersten 3 Briefe fabriziert und verschickt hatte, war klar, dass "Freude" im Fall Briefadventskalender von "Arbeit" ueberschattet werden wuerde. Ab Brief 5 hatte ich die Nase richtig voll. Brief 10 schrieb ich mit der selben Begeisterung wie meine Informatikklausur im Sommer. Brief 15 wurde von Paul zerschnitten ("Ich dachte, er muss kleiner gemacht werden, um in den Umschlag zu passen").Brief 19 und 20 verschickte ich versehentlich an die selbe Person (mein Hirn war Glitzerkleberbrei geworden). Karma? Adventsrache aufgrund meines Wunsches, dass gleich am 1. Dezember Weihnachten gefeiert wird und wir die 24 ueberfluessigen Tage davor in die ewigen Rentier-Jagdgruende schicken? Nun hatte ich also insgesamt 25 Briefe auf der Liste stehen.
Die ersten Briefe sind inzwischen in Deutschland angekommen, bei den anderen tapferen Adventsschreibern. Sie wurden aufgerissen vom Zoll. Glitzersterne waren abgefallen und an die Schneeflocken auf dem Umschlag erinnerten nur noch haessliche Klebeflecken.
Danke, ich brauchte sowieso noch Motivation fuer die restlichen 5!
Und nun widme ich mich wieder den wichtigen Taetigkeiten zu, die ich unbedingt erledigen muss, bevor ich die 5 in Angriff nehme. Mache ich auf jeden Fall. Nur noch ein paar Knaeuel Wolle aufwickeln und Staub wischen. Und eventuell den Kuehlschrank putzen. Und was noch so anfaellt. Aber dann werden die 5 absolut geschrieben.
Liebe Gruesse!
Ich habe mich dieses Jahr selbst angeschmiert.
Als Paul gerade geboren war, habe ich mich in einem Kinderforum im Internet angemeldet. Dort haben mir nicht nur virtuelle Bekannte stundenlang meinen hochinteressanten Ueberlegungen bzgl. "Welches Tragetuch fuer die Rueckenkreuzwickeltrage" und "Brei oder nicht" zugehoert (die richtigen Antworten sind uebrigens "Ein Kreuzkoeper Groesse 5" und "nicht, denn Brei ist so gestern"), sondern wir haben ueber die Jahre viele echte Freunde kennen gelernt, sogar hier in den USA.
Nun veranstaltet dieses Forum jaehrlich einen Briefadventskalender, dh. man verschickt fuer jeden Tag vom 1.-24. Dezember einen Brief und erhaelt im Gegenzug einen.
Jeden Tag einen Ueberraschungsbrief bekommen klang klasse. Wie ein Schokokalender, nur mit viel mehr Freude und persoenlichem Touch. Handgeschrieben. Von Uebersee. Eine Art metropolitaner Intellektuellenadvent. Begeistert meldete ich mich an.
Zur Anmeldung bekam ich die Liste der 24 Personen, denen ich im Gegenzug schreiben sollte. So untereinander aufgeschrieben sahen vierundzwanzig Namen und Adressen ploetzlich ziemlich ausfuehrlich aus. Zu ausfuehrlich.
| Ich wuerde auch lachen, wenn ich kein Adventskalenderprojekt an den Hacken haette. |
| Keine Zeit, auf Zucht und Ordnung zu achten. Zu viele Briefe. |
| Paul beschaeftigte sich derweil kreativ. |
Die ersten Briefe sind inzwischen in Deutschland angekommen, bei den anderen tapferen Adventsschreibern. Sie wurden aufgerissen vom Zoll. Glitzersterne waren abgefallen und an die Schneeflocken auf dem Umschlag erinnerten nur noch haessliche Klebeflecken.
Danke, ich brauchte sowieso noch Motivation fuer die restlichen 5!
Und nun widme ich mich wieder den wichtigen Taetigkeiten zu, die ich unbedingt erledigen muss, bevor ich die 5 in Angriff nehme. Mache ich auf jeden Fall. Nur noch ein paar Knaeuel Wolle aufwickeln und Staub wischen. Und eventuell den Kuehlschrank putzen. Und was noch so anfaellt. Aber dann werden die 5 absolut geschrieben.
Liebe Gruesse!
Donnerstag, 5. Dezember 2013
Wuestenwinter
Der zweite Sommer in Albuquerque war schon sehr lang. Und heiss. Und lang und heiss. Gegen Mitte Juni war ich mit dem Sommer fertig und wuenschte mir Herbst, Kaelte, weniger Sonne, und ein klitzekleines bisschen mehr Luftfeuchtigkeit. Ein paar Monate hatte ich allerdings noch vor mir.
Nun, irgendwie sind wir ja ueber den Sommer gekommen, und als es im Oktober endlich so kalt wurde, dass man langaermelige Shirts anziehen konnte (meiner Meinung nach der Massstab, um zwischen warmem und kaltem Wetter zu unterscheiden), war ich schon rundum zufrieden.
Aber dieses Jahr hatte New Mexico eine besondere Ueberraschung parat, und das war: bereits 2 Mal Schnee in der Stadt.
Das erste Mal schneite es vor 2 Wochen, und heute Morgen sind wir wieder zu einem richtig weissen Garten aufgewacht.
(Das Einzige, was nun noch fehlt, waere eine Strassenlaterne, unter der man den Schnee im Dunkeln fallen sehen kann - aber es koennen noch Wuensche uebrig bleiben fuers naechste Jahr).
Im Gegensatz zu Ilmenau, in dem Schnee oder Regen ein Dauerzustand ist, gleicht Schnee in Albuquerque in punkto Ausgefallenheit eher einer 8 Wochen dauernden Hitzeperiode mit ueber 35 Grad Celsius im deutschen Sommer.
Waehrend ich das hier tippe, fallen Schneeflocken draussen. Richtig dicke weisse Schneeflocken!
Zugegeben, an der angemessenen Winterkleidung fuer Paul muessen wir noch arbeiten.

Liebe, voellig voll-ge-schnee-droehnte Gruesse!
| Schnee!! |
Nun, irgendwie sind wir ja ueber den Sommer gekommen, und als es im Oktober endlich so kalt wurde, dass man langaermelige Shirts anziehen konnte (meiner Meinung nach der Massstab, um zwischen warmem und kaltem Wetter zu unterscheiden), war ich schon rundum zufrieden.
Aber dieses Jahr hatte New Mexico eine besondere Ueberraschung parat, und das war: bereits 2 Mal Schnee in der Stadt.
Das erste Mal schneite es vor 2 Wochen, und heute Morgen sind wir wieder zu einem richtig weissen Garten aufgewacht.
(Das Einzige, was nun noch fehlt, waere eine Strassenlaterne, unter der man den Schnee im Dunkeln fallen sehen kann - aber es koennen noch Wuensche uebrig bleiben fuers naechste Jahr).
| Seht ihr den Schnee? Den Schnee in der Wueste? |
Im Gegensatz zu Ilmenau, in dem Schnee oder Regen ein Dauerzustand ist, gleicht Schnee in Albuquerque in punkto Ausgefallenheit eher einer 8 Wochen dauernden Hitzeperiode mit ueber 35 Grad Celsius im deutschen Sommer.
| Schneefreunde. |
Waehrend ich das hier tippe, fallen Schneeflocken draussen. Richtig dicke weisse Schneeflocken!
| Ja, von oben! Aus dem Himmel, an dem es an den meisten Tagen nichtmal Schaefchenwolken gibt, kommt echter weisser kalter Schnee! |
| Fruehstueck mit Hanukkah-Leuchter, den Paul im Kindergarten gebastelt hat. |
Liebe, voellig voll-ge-schnee-droehnte Gruesse!
Dienstag, 19. November 2013
Urlaubsspass
In den letzten beiden Wochen haben wir mit Heiko und Petra unseren Jahresurlaub verbracht.
Nachdem wir Anfang Juni so viel Spass mit Sabine im Wohnwagen hatten, haben wir mit den anderen Grosseltern eine richtig lange Tour geplant.
Christian, Paul, ich und der kleine Hund flogen nach LA, wo wir Heiko und Petra trafen und dann - endlich, endlich - den "big truck" (grosser Truck - Pauls Wort fuer Wohnwagen) abholten. Paul hatte tatsaechlich fast ein halbes Jahr lang taeglich davon gesprochen, bald wieder mit dem big truck zu verreisen, ohne jemals die Hoffnung aufzugeben, dass es auch passiert (die Monate muessen fuer sein Zeitempfinden unendlich lang gewesen sein), oder veraergert zu werden, dass es noch nicht so weit ist.
Umso groesser war dann die Freude, als wir ihn tatsaechlich wieder bezogen. Die erste Etappe auf unserer Reise war der Gand Canyon, fuer Christian und mich nun schon zum dritten Mal. Da Paul von Oma und Opa gehuetet wurde, konnten wir sogar eine Wanderung alleine unternehmen, es waren nur knapp ueber null Grad Celsius, aber bei strahlendem Sonnenschein und einigem Schwitzen gut auszuhalten :) In 4 Stunden bewaeltigten wir jeweils 700 Hoehenmeter in jede Richtung und sahen sogar wilde Elche.
Vom Grand Canyon ging es zum Kontrastprogramm nach Las Vegas. Wie schon vor 5 Jahren wohnten wir auf einem Campingplatz direkt neben einem riesigen Kasino, in dem die Maenner sogar an einem Abend ihr Gluecksspielglueck probierten (leider sind wir immer noch keine Millionaere).
Wir sahen das Venitian, ein Hotel, das unter dem Motto "Venedig" steht und unter anderem Kanaele im Gebaeude hat, auf denen echte Gondeln mit singenden Gondoliers fahren; ein Meeresaquarium, das Teil eines anderen Hotels war, die Grosseltern besuchten eine der beruehmten Shows und wir Frauen hatten grossen Spass im Outlet-Einkaufscenter.
Durch das Death Valley, in dem es auch im Spaetherbst sehr angenehm warm war, fuhren wir zum Yosemite National Park (dort gibt es die riesengrossen Baeume - da wir ein bisschen spaet dran waren, beschraenkte sich unser Redwood-Tree-Erlebnis auf hinrennen-Photo-zurueckrennen) und dann nach San Francisco. Mir einer Faehre sahen wir dort die Golden Gate Bridge und den Hafen ganz von Nahem, die Stadt von einem Turm aus von oben und einen Vorstadtbahnhof waehrend einer langen Umsteigezeit auch ganz genau ;)
Die letzten beiden Tage sind wir entlang der Kueste zurueck nach LA gefahren, wo wir alle nach einem recht pannenanfaelligen letzten Tag wieder nach Hause gestartet sind.
Es war klasse, so viel zu sehen, und wir haetten diese Tour wohl nicht zu dritt gemacht. Mit allen vier Erwachsenen aber war es richtig entspannt, unser Kind wurde tagein tagaus gut bespasst und wir haben es genossen, Kultur- und Aktivurlaub gleichzeitig zu haben.
Nun entschluffen wir uns zu Hause, geniessen die unbeschraenkte Duschzeit und futtern die 50 Tafel Rittersport, die uns mitgebracht wurden.
Liebe Gruesse!
Nachdem wir Anfang Juni so viel Spass mit Sabine im Wohnwagen hatten, haben wir mit den anderen Grosseltern eine richtig lange Tour geplant.
Christian, Paul, ich und der kleine Hund flogen nach LA, wo wir Heiko und Petra trafen und dann - endlich, endlich - den "big truck" (grosser Truck - Pauls Wort fuer Wohnwagen) abholten. Paul hatte tatsaechlich fast ein halbes Jahr lang taeglich davon gesprochen, bald wieder mit dem big truck zu verreisen, ohne jemals die Hoffnung aufzugeben, dass es auch passiert (die Monate muessen fuer sein Zeitempfinden unendlich lang gewesen sein), oder veraergert zu werden, dass es noch nicht so weit ist.
Umso groesser war dann die Freude, als wir ihn tatsaechlich wieder bezogen. Die erste Etappe auf unserer Reise war der Gand Canyon, fuer Christian und mich nun schon zum dritten Mal. Da Paul von Oma und Opa gehuetet wurde, konnten wir sogar eine Wanderung alleine unternehmen, es waren nur knapp ueber null Grad Celsius, aber bei strahlendem Sonnenschein und einigem Schwitzen gut auszuhalten :) In 4 Stunden bewaeltigten wir jeweils 700 Hoehenmeter in jede Richtung und sahen sogar wilde Elche.
Vom Grand Canyon ging es zum Kontrastprogramm nach Las Vegas. Wie schon vor 5 Jahren wohnten wir auf einem Campingplatz direkt neben einem riesigen Kasino, in dem die Maenner sogar an einem Abend ihr Gluecksspielglueck probierten (leider sind wir immer noch keine Millionaere).
Wir sahen das Venitian, ein Hotel, das unter dem Motto "Venedig" steht und unter anderem Kanaele im Gebaeude hat, auf denen echte Gondeln mit singenden Gondoliers fahren; ein Meeresaquarium, das Teil eines anderen Hotels war, die Grosseltern besuchten eine der beruehmten Shows und wir Frauen hatten grossen Spass im Outlet-Einkaufscenter.
Durch das Death Valley, in dem es auch im Spaetherbst sehr angenehm warm war, fuhren wir zum Yosemite National Park (dort gibt es die riesengrossen Baeume - da wir ein bisschen spaet dran waren, beschraenkte sich unser Redwood-Tree-Erlebnis auf hinrennen-Photo-zurueckrennen) und dann nach San Francisco. Mir einer Faehre sahen wir dort die Golden Gate Bridge und den Hafen ganz von Nahem, die Stadt von einem Turm aus von oben und einen Vorstadtbahnhof waehrend einer langen Umsteigezeit auch ganz genau ;)
Die letzten beiden Tage sind wir entlang der Kueste zurueck nach LA gefahren, wo wir alle nach einem recht pannenanfaelligen letzten Tag wieder nach Hause gestartet sind.
Es war klasse, so viel zu sehen, und wir haetten diese Tour wohl nicht zu dritt gemacht. Mit allen vier Erwachsenen aber war es richtig entspannt, unser Kind wurde tagein tagaus gut bespasst und wir haben es genossen, Kultur- und Aktivurlaub gleichzeitig zu haben.
Nun entschluffen wir uns zu Hause, geniessen die unbeschraenkte Duschzeit und futtern die 50 Tafel Rittersport, die uns mitgebracht wurden.
Liebe Gruesse!
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