Samstag, 22. August 2015

Schulkind!

Am 17. August, 5 Tage nach Pauls 6. Geburtstag war es soweit: Er ist das erste Mal in die Grundschule gegangen.

Paul und ich am Morgen des ersten Schultags.


Das Schulsystem hier startet nicht mit der ersten Klasse, sondern mit "Kindergarten". Das ist eine Art Vorschulklasse, aber an die normale Grundschule angeschlossen - d.h., im selben Gebaeude, mit selben Schulzeiten, einem Klassenraum, Lehrerin, Schulstoff usw.

Spielplatz mit Ausblick.
Eigentlich beginnt Kindergarten, wenn die Kinder 5 Jahre alt sind. Da wir aber letztes Jahr in einem Schulbezirk wohnten, in dem die oeffentliche Schule relativ schlecht ist; und wir nicht in die Los-Schule hineinkamen, fuer die wir uns beworben hatten (es gibt eine Reihe unabhaengiger, kostenloser Schulen, deren Plaetze durch Lose vergeben werden), beschlossen wir, Paul noch ein Jahr lang warten zu lassen.

Die Entscheidung, in die Berge zu ziehen. wurde fuer uns zu einem nicht unerheblichen Teil durch die sehr gute oeffentliche Grundschule bestimmt.

Auf dem Weg zum ersten Schultag.








Mit ziemlich coolem Ranzen.

Und coolen Posen.



Im Auto auf dem Weg zum ersten Schultag. Ja, wir haben alles genau dokumentiert :)

Paul ist also einer der aelteren und auch koerperlich Groessten in der Klasse. Nachdem ich selbst immer die Kleinste und meist die Juengste war, und damit auch manchmal die, auf der herumgehackt wurde, finde ich das nur vorteilhaft.

Am letzten Wochenende hatte Paul noch eine riesige Ueberraschung: mein Papa hatte ihm eine echt deutsche Schultuete gebastelt. Hier in den USA ist der Brauch von Schuleinfuehrung feiern und Zuckertueten verschenken voellig unbekannt. Doch Paul kam in den Genuss des vollstaendigen Schultuetenerlebnisses (inklusive des Gewichts, das so schwer war, dass er sie kaum heben konnte).


Das Paket konnte er nicht tragen...

...und die Schultuete auch nur gerade so.


Selbstgebastelt, und mit Zuegen!

An dieser Stelle wuerde ich jetzt gerne etwas ueber seinen Stundenplan, Tagesablauf, seine Freunde und Schulmaterialien schreiben - leider weiss ich darueber auch nichts. Pauls Berichte beschraenken sich auf "Es war ein schoener Tag, was gibt es zum Essen?" und kurioser Weise gab es noch keinen Elternabend, Lehrergespraeche oder sonstiges. Daher muessen wir und ihr euch mit dieser Hausaufgabe begnuegen (die Kinder sollten die Punkte von 1 bis 5 verbinden):


Liebe Gruesse!

Montag, 4. Mai 2015

Viel Besuch, viele Bilder

Der Blog wurde wieder mal vernachlaessigt, dafuer haben wir unsere Zeit mit Besuch verbracht. Zuerst kam meine Mama Ende Maerz, dann mein Papa.

Mit Sabine haben wir, wie schon vor 2 Jahren, eine Tour mit dem Wohnwagen gemacht. Diesmal sind wir zum ersten Mal in Richtung Sueden gefahren, und haben dort unter anderem White Sands besichtigt.

Und wir waren natuerlich auch an unserem hauseigenen Rio Grande.
White Sands ist ein Fleck schneeweisser Wueste mit feinstem Sand. Wir hatten grosses Glueck und waren an einem bewoelkten Tag dort, oft scheint die Sonne so stark, dass man nicht viel Zeit draussen verbringen kann.


Schlittenfahren auf den Duenen.

Sonnenuntergang
 Sabine hatte einen Drachen mitgebracht, und tatsaechlich war es abends windig genug, um ihne richtig hoch steigen zu lassen.


 Natuerlich waren wir auch in unserem eigenen Wald unterwegs:

Ganz hinten irgendwo ist unser Haus.


Blumenarrangement, das Paul selber gestaltet hat mit Tulpen aus dem Garten.

Mit meinem Papa haben wir viele Museen besucht...

Naturkundemuseum
Wissenschaftsmuseum - wir haben vor 2,5 Jahren mit Christians Eltern das gleiche Bild gemacht.

 ...die obligatorischen Wanderungen gemacht...


 ...und gegaertnert! Nachdem das von Michael angelegte Beet im letzten Jahr ein voller Erfolg war, haben wir uns von ihm beim Pflanzen von Tomaten, Paprika, Erdbeeren, Radischen und Melonen beraten lassen. Paul hat mitgeholfen:



Nachdem er wieder losgeflogen war, bin ich auf einem Spaziergang in einen Hagelstorm geraten. Das ist der Versuch eines Selfies (Selbstportraits) im Hagel. Tatsaechlich hat es in letzter Zeit mindestens einmal pro Woche gehagelt - kurioser Effekt des Lebens hinter den Bergen?


Und meine oberschenkellangen Haare habe ich abgeschnitten -  mir gefaellt's!


Liebe Gruesse!

Samstag, 14. März 2015

Fussball die Zweite

Pauls erste Fussballkarriere began vor zwei Jahren und endete vor einem Jahr und 11 Monaten. Es war eine kurze und intensive Beziehung, die genauso schnell wieder vorbei war wie sie begonnen hatte, nachdem er eines Morgens verkuendete, dass er auf keinen Fall mehr Fussball spielen mag.

Looking for dog training in Albuquerque?
Das hier ist ein Koyote hinter unserem Gartenzaun.

Und das hier ist Schnee vom vorletzten Wochenende.

Seit wir nun in den Bergen leben, sind Pauls Hobbies in Albuquerque sehr zeitaufwaendig. Ein Chorbesuch zum Beispiel dauert locker 2h - dabei sind nur 30min tatsaechlich mit Singen gefuellt, den Rest verbringen wir auf der Strasse. Auf der Suche nach einem Hobby, das er hier in Cedar Crest und Umgebung ausleben kann, stiessen wir - zum zweiten Mal - auf Fussball.

Jetzt ist es aber schon fast Sommer!

Sommer mit viel Matsch.

Generell gibt es hier sehr wenige Vereine. Mein Hundesport - privat organsisiert (ganz weit hinten in meinem Gehirn gibt es diesen Plan, den ersten Agilityverein in New Mexico zu gruenden...). Chor - von der Kirche organiziert. Staatliche Musikschule - nicht vorhanden. Sportaktivitaeten - kosten meistens $15 und mehr pro Gruppenstunde.
Umso gluecklicher waren wir, als wir sahen, dass es tatsaechlich einen Kinderfussballverein hier in unseren Bergen gibt! Wir meldeten Paul sofort an, allerdings kam er auf die Warteliste - zu wenige Trainer und zu viele Kinder.

Abendjoggingrunde.
Ja, das sind viele Naturbilder. Ja, da werden noch viel mehr kommen.
Als analytische Menschen war uns sofort klar, dass dieses Problem unter anderem durch "mehr Trainer" geloest werden kann. So kam es, dass sich Christian nun zum Kinderfussballtrainer ausbilden laesst.

Das hier zum Beispiel.

Oder das.
Nach einem absolvierten Onlinetraining ist heute die Praktik dran. Und ab naechstem Wochenende gehen Samstags nicht nur ein, sondern zwei Trottmaenner zum Fussballplatz.

Paul noch im Schlafanzug, Christian bereit zum Spiel!

Liebe Gruesse!



Sonntag, 8. März 2015

Kindermund

Paul war gut drauf in den letzten Wochen.

"Mama, darf ich dir einen Kosenamen geben?"
-"Gerne"
"Wie waer's mit Fetti?"

etwas spaeter

"Mama, ich habe mir einen anderen Kosenamen ueberlegt. Schwabbeli."
-"?"
"Schwabbeli, weil dein Bauch so schwabbelig ist."



In der Schule erklaerte er dem Erzieher:
"Manchmal hoeren Dinge auf zu funktionieren. Man muss naemlich dafuer bezahlen. Manchmal haben wir kein Geld mehr uebrig, und dann funktionieren unsere Geraete nicht mehr"
(als wir heute darueber sprachen, kam heraus, dass er dachte, jedes Mal wenn es einen Stromausfall gibt, liegt das daran, dass wir nicht mehr bezahlen koennen)


"Paul, willst du spaeter mal heiraten?"
-"Aber ich will bei Mama und Papa wohnen"
"Naja, dein Partner koennte ja auch hier wohnen"
-"Auf gar keinen Fall erlauben wir Fremde in unserem Haus!"



"Mama, ich wuesste einen guten Beruf fuer dich. Etwas, das du gut kannst."
(ich, geschmeichelt in Erwartung eines Komplimentes) "Ja, was denn?"
"Du koenntest in die Haeuser anderer Leute gehen und dort putzen."


"Mama, magst du, wie weich mein Aermel ist?"
(Paul reibt ihn an meiner Wange entlang)
-"Danke, er ist wirklich sehr schoen weich."
"Ich habe etwas raufgetan, damit er sich so schoen anfuehlt. Etwas aus meinem Mund."



"Wonderwoman ist komisch. Sie hat nichtmal ein T-Shirt oder Hosen an."

Montag, 23. Februar 2015

Angekommen.

Vor 3 Wochen sind wir nun umgezogen.

Der Umzug selbst war ein Abenteuer, denn passender Weise war in Albuquerque so schlechtes Wetter wie sonst nie. Kalt, nass, Schneeregen, und matschig. Es ist sonst nie matschig in Albuquerque.
Und an unserem neuen Haus hinter den Bergen lag eine Menge Schnee, sodass die Umzugstransporter nicht ganz den Berg unserer Einfahrt hochfahren konnten, ein Helfer am Berg haengen blieb und wir unsere Moebel und Kisten ein extra Stueck schleppen mussten.

Altes Haus am Umzugstag.

Mit der tatkraeftigen Mithilfe von Christians Kollegen haben wir es jedenfalls geschafft und leben jetzt dort, wo andere Urlaub machen. Jeden Tag gehen Paul und ich nun in den Wald, das ist einfach klasse. Das Fahren in die Stadt laeuft auch besser, als ich gedacht haette, und wir sind sehr zufrieden mit unserer Entscheidung, aus Albuquerque weg zu ziehen.

Wie im Urlaub mit richtig gutem Wetter. Das Foto ist uebrigens aus unserem Garten.

Und das ist der Wohnzimmerfensterblick.
An den Flaggenmast kommt eventuell eine Thueringer Flagge. Nur zur Verwirrung der Nachbarn.
Noch mehr Sonne, Schnee und Wald.
Und eins von heute Morgen.

Weil es langweilig waere, wenn alles gleich funktioniert, haben wir nun einigen Aerger mit dem alten Haus. Davon lassen wir uns aber die Laune nicht verderben.

Fuer extra gute Laune ein Bild von einem Hund, der im Schnee in der Sonne seinen Teddy im Arm haelt.


Liebe Gruesse!